Challenge: Milchprodukte plastikfrei einkaufen

Unseren Lebensstil von einem Moment auf den anderen umzustellen ist unmöglich. So viel ist uns bewusst. Aber wir haben uns entschlossen, bewusst einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Um uns dabei zu unterstützen, überlegen wir uns einen Schritt nach dem anderen. Oder anders: eine Aufgabe oder Challenge nach der anderen. Manchmal sind es größere Dinge, manchmal kleinere. Aber jede ist ein Schritt in die richtige Richtung!

Milchprodukte in umweltfreundlicher Verpackung

Die stehen bei uns jede Woche am Plan. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass der bessere Weg sowieso gleich wäre auf eine vegane Ernährung umzustellen und ganz auf Milchprodukte zu verzichten. Aber ganz ehrlich? So weit sind wir (noch) nicht. Und werden es vielleicht nie sein. Aber vielleicht wird das ja mal ne eigene Challenge 😉

Wir gehen in der Regel ein Mal pro Woche in den Supermarkt. Diese Dinge aus dem Milchregal stehen normalerweise auf unserer wöchentlichen Einkaufsliste:

  • 4-5 Liter Milch (je nachdem ob wir in einer Kakao-Phase sind oder nicht)
  • 2 Becher Joghurt
  • 1 Becher Sauerrahm

Hin und wieder kommen dann Topfen, Schlagobers oder Skyr dazu bzw. Mozzarella. Eingekauft haben wir die Produkte bisher in Plastikbechern und Tetra Packs. Dass das nicht die umweltfreundlichste Variante ist, ist uns bewusst. Also haben wir nach Alternativen gesucht.

Schritt 1: Supermarkt & Bioladen (und ein kleiner Erfolg)

Versuch Nummer 1 sind wir mal ganz naiv angegangen und haben einfach in unserem lokalen Einkaufszentrum geschaut, wie weit wir kommen. Der erste Stop im Bioladen war erst mal ernüchternd, denn dort gab es gar keine Milchprodukte.

Also ab in den “normalen” Supermarkt. Und dort sind wir sogar fündig geworden – zumindest teilweise. Wir haben nämlich tatsächlich Milch und Joghurt im Glas gefunden. Bei genauerem Hinsehen kam aber die Ernüchterung, denn nur Joghurt, und davon auch nur eine einzige Marke, ist auch im Mehrwegglas erhältlich…

Das Landliebe Joghurt ist das einzige, das wir im “normalen” Supermarkt im Mehrweg-Glas finden konnten.

Einen kleinen Erfolg haben wir mit dem Joghurtglas also erzielt. Den Sauerrahm haben wir nur im Plastikbecher gefunden, genauso wie Skyr oder Mozzarella.

Schritt 2: Einweg-Glasflasche oder Tetra Pak?

Bei der Milch hatten wir also die Wahl zwischen Einweg-Glasflasche oder Tetra Pak. Weil wir im Hinterkopf hatten, dass erstere Variante nicht besonders gut ist, haben wir uns erst mal für die bekannte Variante entschieden: Milch im Tetra Pak, aber dafür mehr oder weniger regional.

Und dann haben wir recherchiert. Was ist denn nun besser: Tetra Pak oder Einweg-Glasflaschen?

Die Grundregel lautet: Mehrweg ist besser als Einweg. 

Was uns in diesem Fall aber nicht weiterhilft, weil beides Einwegverpackungen sind. Also habe ich weiter recherchiert, wie die Ökobilanz von Getränkeverpackungen so aussieht.

Nach Mehrweg-Verpackungen sind die zweitbeste Wahl laut Umweltberatung Tetra Paks (wenn sie recycelt werden) oder PET-Einwegflaschen. Berücksichtigt wird hier vor allem der Energieverbrauch, der für die Herstellung nötig ist und die Treibhausgasemmisionen. Was hier nicht berücksichtigt wird ist, dass Tetra Paks ja nicht nur aus Karton, sondern auch aus Plastik (27%) und Aluminium (3%) bestehen (Quelle). Und beide dieser Stoffe haben nicht unbedingt den Ruf, gesundheitsfreundlich zu sein (geschweige denn umweltfreundlich).

Für das Klima ist die Glasflasche gemeinsam mit der Alu-Getränkedose die schlechteste Variante, weil sie (trotz Recycling) unverhältnismäßig viel Energie und Rohstoffe braucht. Dafür besteht sie aber nur aus Glas, das dank Recycling wiederverwertet werden kann und keine Flüsse verstopft oder Meerestiere verseucht.

Also wofür entscheiden?

“Das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera”, wie eine Freundin von mir es letztens treffend formuliert hat….

Was wiegt schwerer? Der Schutz des Klimas? Das Vermeiden von Plastik? Bei der Wahl kann man ja nur verlieren, oder!?

Schritt 3: Nicht locker lassen

Wir haben schon fast versucht, uns damit abzufinden bzw. eine Entscheidung zu treffen. Aber gleich an unserer ersten Challenge scheitern? Nicht mir mir!

Ich wollte es dann doch nochmal wissen und habe weiter recherchiert. Im Zuge dessen ist mir ein Bericht über Foodcoops eingefallen, den ich vor Jahren mal gelesen habe. Und da habe ich tatsächlich auch ein Einkaufsnetzwerk in St.Pölten direkt in unserer Nähe gefunden, wo es auch Milchprodukte gibt.

Unser Versuch Milchprodukte plastikfrei einzukaufen

Und auf eine erste Anfrage via Mail haben wir die Auskunft bekommen, dass alle Milchprodukte im Mehrwegflaschen ausgeliefert werden.

Eingekauft haben wir dort noch nicht, aber das Happy End für unsere erste Challenge ist in greifbarer Nähe. 😉

Janneke
Janneke

… liebt die Stadt und sitzt am liebsten bei einem Plausch im Kaffeehaus, wenn sie nicht gerade online ist und das Internet unsicher macht. Sie arbeitet von zu Hause aus und gibt das Steuer unseres Elektroautos nur ungerne aus der Hand. Seit 2001 isst sie ausschließlich vegetarisch, Fisch findet sie übrigens noch viel schrecklicher als Fleisch.

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