Elektroauto laden – unser Ladeknigge

Als Elektroautofahrer sind wir heutzutage nicht mehr alleine unterwegs. Die Zeit der Pioniere ist vorbei. Im Moment befinden wir uns eher schon in der Phase der Early Adopter.

Auch an den öffentlichen Ladesäulen sind wir daher bereits länger nicht mehr alleine. Besonders an Gratisladern bei Supermärkten oder im Einkaufscenter heißt es: Rücksicht nehmen.

Aber was gibt es beim Elektroauto laden eigentlich zu bedenken? Das Ziel ist schließlich, dass alle Freude an ihrem Elektroauto haben und nicht frustriert an den Ladesäulen stehen. Wir haben unseren Elektroauto Ladeknigge aufgeschrieben:

1. Benzin- und Dieselautos haben auf einem Elektroauto Parkplatz nichts zu suchen

Man könnte glauben, das ist selbstverständlich. Aber sobald die Parkplatznot groß ist, werden Ladesäulen gnadenlos zugeparkt. Bestimmt hat jeder, der seine Dieselschrottkiste dort abstellt, eine gute Ausrede im Kopf. Das Interesse von Behörden, für freie Ladesäulen zu sorgen, ist leider meist nicht sehr groß.

2. Laden – nicht parken

Elektroautoparkplätze sind zum Laden da und nicht zum gratis Parken. Wer nicht lädt, sucht sich einen “normalen” Parkplatz. Logisch.

3. Andere Elektroautos nicht ausstecken

Falls das überhaupt möglich ist, steckt man andere E-Autos natürlich nicht aus. Im schlimmsten Fall ruiniert man sogar den Ladeanschluss des E-Autos, da der Stecker während des Ladens normalerweise verriegelt ist.

4. Nach dem Laden den Ladeplatz räumen

Der erste Punkt, der vielleicht nicht völlig selbstverständlich ist: Wenn man mit dem Laden fertig ist, parkt man das Auto um oder fährt weiter. Sonst kommt es zu Punkt 2 und man parkt nur mehr.

4.1 Dazu gehört es auch, sich gut zu überlegen, ob man unbedingt bis 100% laden muss. Zum Weiterfahren reicht es normalerweise, wenn man bis 80% lädt.

Von 80 bis 100 % brauchen Elektroautos nicht nur sehr lange zum Laden, da die Batterie sonst – einfach formuliert – kaputt werden kann. Man blockiert den Platz wahrscheinlich auch für jemanden, der die Ladung wirklich braucht, um weiter zu kommen.

5. Nur laden, wenn es notwendig ist

Im Moment (Ende 2018) sind Elektroautos vielleicht noch nicht so verbreitet. Aber je mehr Elektroautos es gibt (ich sehe täglich welche), desto wichtiger wird es, öffentliche Ladesäulen nur zu benutzen, wenn man auch wirklich laden muss. Zu 80-90% (je nach Statistik) werden E-Autos zu Hause geladen. Unterwegs lädt man also meist nur, wenn man auch muss und ist daher auf freie Ladesäulen angewiesen. Auch hier wiederum der Hinweis: 80% Ladezustand reichen für’s Weiterkommen zumeist aus (siehe 4.1).

6. An der passenden Ladesäule laden

Auch wenn man an einer unpassenden Ladesäule lädt, blockiert man eine Ladesäule u.U. unnötig lange. Lädt man z.B. an einer 3-phasigen Wechselstromsäule mit einem 1-phasigen Auto, dauert es dreimal so lange wie mit einem 3-phasigen Auto. Gibt es also mehrere Ladesäulen, wählt man die passende.

Wenn man die Ladung wirklich braucht und keine andere Möglichkeit besteht, ist das natürlich OK. Ansonsten gelten Punkte 4 und 5.

6.1 Plug-In Hybride können beim Laden zu Diskussionen führen. So lobenswert es auch ist, wenn man versucht, möglichst viel elektrisch zu fahren, dauert die Ladung sehr lange, ist meist 1-phasig und genau genommen braucht man die Ladung nie wirklich.  Man kann ja immer noch Erdöl verbrennen, um weiterzukommen.

Um Konflikte zu vermeiden hilft vielleicht der nächste Punkt:

7. Kommuniziere mit anderen E-Autofahrern

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

7.1 Man kann eine Telefonnummer hinterlassen, damit ein E-Autofahrer in Not sich melden kann, wenn er die Ladung dringender braucht als man selbst.

7.2 Man kann eine Ladescheibe hinterlassen, damit andere wissen, wann man gedenkt, die Ladesäule frei zu machen

7.3 Nehme aktiv in Apps und auf Internetseiten der Elektroauto Community teil. Hier kann man sich nicht nur selbst über Ladesäulen informieren, sondern auch Hinweise hinterlassen, wenn es Probleme gibt oder eine Ladesäule schwer zu finden ist etc. Passend dazu der letzte Punkt:

8. Eine defekte Ladesäule sollte man auch unbedingt dem Betreiber melden, damit sie schnell repariert wird.

Logisch.

Welche Erfahrungen habt ihr mit öffentlichen Ladesäulen? Wie rücksichtsvoll ist der durchschnittliche Elektroautofahrer? Was gibt es noch zu bedenken?

Simon
Simon

… liebt Ausflüge in die Berge und die Stille der Natur. Er pendelt jeden Tag mit Zug und Faltrad in die Arbeit und liebt technische Spielereien wie Elektroautos und Photovoltaik. In der Küche ist er v.a. für die Fleisch-Varianten zuständig.

Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.